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Instagram schafft das Like ab. Was bedeutet das für Marketer?

Sie gelten als Währung der Plattform Instagram und sind Richtmaß für Erfolg und Beliebtheit: Die Jagd nach Instagram-Likes ist auch für Marketer eine wichtige Disziplin in der Online-Kommunikation. Doch genau dies soll nun eine grundlegende Änderung erfahren: Wie Instagram mitteilt, laufen aktuell Tests, die Like-Anzahl von Instagram-Posts für die Öffentlichkeit auszublenden – und dem Insta-Herz so seinen Stachel zu ziehen.

  • Bild Instagram

Das soll sich ändern:

Künftig soll nur noch jene Person, die einen Beitrag geteilt hat, sehen, wie viele Likes dieser generieren konnte.
Der Like-Zähler bei Posts von anderen Usern wird für die Allgemeinheit ausgeblendet.
Prinzipiell können Instagram-Posts aber nach wie vor geliked und kommentiert werden, wie bisher gewohnt.

Was bedeutet das für User?

Für User bedeutet diese Neuerung, dass Posts von anderen Instagrammern nach wie vor mit einem Like versehen werden können und auch ihre Posts nach wie vor Likes erhalten. Abgeschafft wird jedoch die öffentliche Anzeige, wie viele Likes ein Beitrag bereits erreicht hat. Wobei aber auch hier eine Einschränkung gilt: Nur bei Posts von anderen Usern kannst du in Zukunft nicht mehr überprüfen, wie viele Likes diese bereits gesammelt haben – bei deinen eigenen Beiträgen kannst du die Like-Anzahl nach wie vor einsehen.

Was bedeutet das für Marketer?

Für Marketer hat dies ähnliche Folgen wie für private Nutzer: Die Metriken und Insights eigener Posts und Beiträge können weiterhin ausgewertet werden – lediglich die unmittelbare Vergleichsmöglichkeit mit Mitbewerbern kommt abhanden. Zudem wird eine wichtige „Vanity Metric“ abgeschwächt: Sich öffentlich mit vielen Instagram-Likes zu brüsten, wird auch für Unternehmen schwerer.

Wie kann man im Influencer Marketing damit umgehen?

Weitreichendere Folgen hat die geplante Änderung jedoch für die Disziplin des Influencer Marketings. Dadurch, dass die Anzahl von Likes auf Postings nicht mehr öffentlich sein wird, können Unternehmen in der Influencer-Erstrecherche weniger gut abschätzen, wie viel Interaktion einzelne Influencer generieren und ob sie daher für den eigenen Markt relevant sind. Daher gilt: Künftig wird es noch wichtiger, vor einer möglichen Zusammenarbeit mit Influencern detaillierte Mediakits anzufordern, in denen Influencer Auskunft über ihre Reichweitendaten geben sollten – und zusätzlich zu überprüfen, ob etwa Kommentar- und Followermuster organisch wirken.

Was bezweckt Instagram damit?

Instagram kam in der Vergangenheit immer wieder in die Kritik, eine negative Vergleichskultur zu fördern: Wer viele Likes erhält, ist wertvoll und relevant, wer weniger Likes erhält ist als geringwertiger einzustufen. Folge war und ist, dass viele, gerade junge Userinnen und User ihr Selbstwertgefühl von Instagram-Likes abhängig machen – mit negativen Folgen für die psychische Gesundheit. Mit einem Ausblenden des Like-Counters für die Öffentlichkeit soll diese Vergleichsmöglichkeit genommen und deren Effekte abgemildert werden. Wie Instagram sagt, sollten sich User wieder stärker auf den Inhalt von Postings konzentrieren und nicht so sehr darauf, wie beliebt diese sind.

Wann wird die Änderung umgesetzt?

Aktuell befindet sich das Ausblenden des Like-Counters noch in einer Testphase: Nach den ursprünglichen Testmärkten, die etwa in Australien, Brasilien, Kanada, Irland, Italien und Neuseeland lagen, wurde der Test zum Ausblenden des Like-Counters nun auch auf andere Märkte ausgedehnt, etwa auf Deutschland. Bevor diese so grundlegende Änderung global und auf alle Accounts ausgerollt wird, sind laut Instagram jedoch noch weitere Test nötig: Wann – und ob – die Umstellung auch deinen Account betreffen wird, ist also momentan noch nicht abzuschätzen.

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